Stadtentwicklung ohne Entscheidungsfreude

Ku’Damm-Bühnen und WOGA-Komplex: vier Anträge, darunter die drei von mir selbst eingebrachten,  standen dazu auf der Tagesordnung der gestrigen Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses. Alle vier wurden vertagt. Entscheidungsfreude sieht anders aus. Aber vielleicht wachsen den Beteiligten die Dinge einfach über den Kopf. So kamen auch meine Statements im Ausschuss nicht zur Sprache. Dafür aber hier:
Stellungnahme zur 90. Sitzung des Stadtentwicklungsausschuss

Zu den beiden Anträgen Cicerostraße /WOGA-Komplex

„In der letzten BVV-Sitzung hat sich die BVV einstimmig für den Erhalt des Denkmals als Gesamtanlage incl. der Freiflächen im Innenhof ausgesprochen. Diesen politischen Willen ernst genommen, reicht es nicht, dessen tatsächliche Ausübung und Umsetzung in der Sache (nach der Vorgeschichte!) de facto an das Landesdenkmalamt oder an die untere Denkmalschutzbehörde zu delegieren. Vielmehr ist es geboten, selbst als BVV aktiv zu werden. Die Mittel dazu hat die BVV und kennt die BVV: Sie hat es in der Hand, durch ein Bebauungsplanverfahren die Freifläche im Innenhof des Wogakomplexes zu sichern und zwar ohne einen Planungsschaden auszulösen. Denn wenn unsere BVV in dieser Wahlperiode eines gelernt hat, dann dies: Ein erschlossenes Grundstück mit einer BNP-Ausweisung, deren Plangewährleistungsfrist (wie hier) nach 7 Jahren abgelaufen ist, ist entschädigungslos überplanbar. Und: auch einen Übernahmeanspruch müsste Shore Capital vor Gericht erst noch erstreiten. Was schwerlich erfolgreich sein dürfte. Denn wer im Jahr 2013 ein denkmalgeschütztes Grundstück für lediglich 435.000 € gekauft hat, der müsste vor Gericht nachweisen, warum ihm das Behaltenmüssen dieses Grundstückes wirtschaftlich nicht zumutbar wäre. Wenn es dieser BVV also ernst ist mit ihrem politischen Willen und sie ihre politischen Instrumente kennt, dann bitte ich um Zustimmung zu diesem Vorgehen.

Die mögliche Festsetzung einer Kita-Nutzung, die angesichts des bekannten und sich durch weitere Neubauten noch verschärfenden hohen Kita-Bedarfs in Halensee bereits vom Jugendhilfe-Ausschuss befürwortet wurde, schlage ich vor, in das unverzüglich einzuleitende Bebauungsplanverfahren einzubinden.“

Und zum Erhalt der Ku’Damm-Bühnen:

„Nach den Erfahrungen mit Ballymore und dem unerfreulichen Auftritt von dessen Nachfolger Cells Bauwelt gegenüber der Theaterdirektion Woelffer, dem Bezirk und der Berliner Öffentlichkeit besteht die Notwendigkeit, eine neue Beschlusslage unserer BVV herzustellen. Die alte Beschlusslage – der „Erhalt eines Theaterstandortes an diesem Teil des Ku’Damms“ -, mit der auch ein Kellertheater à la Kleihues gemeint sein könnte, trägt der Tatsache nicht mehr Rechnung, dass sowohl das Abgeordnetenhaus als auch der Kulturstaatssekretär als auch die breite Öffentlichkeit sich inzwischen des Werts der Ku’damm-Bühnen erneut bewusst geworden sind. Dieser übergreifende Wille zum Erhalt des Spielbetriebes mit mindestens der Bühne der Komödie sollte als Beschlusslage der BVV für die weiteren Verhandlungen des Bezirks verbindlich gesetzt werden.“

2 Kommentare

  1. jn sagt: Antworten

    Kudamm Spekulation

    „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“

    alles schon mal dagewesen
    „Die Familie war tatsächlich in ein riskantes Bauvorhaben am oberen Kudamm involviert, den Woga-Komplex von Erich Mendelsohn, was sich auf die finanzielle Ausstattung der Zeitung niederschlug.“

    http://www.deutschlandfunk.de/berlinroman-kaesebier-erobert-den-kurfuerstendamm.700.de.html?dram:article_id=355494

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