Kudamm-Karree II: Cells Märchenstunde – und die Morgenpost war dabei

Update am 26.04.: Und  siehe da, da sind sie wieder: In teuerster Münchner Lage. Die Moskauer Holding-Spezialisten Lenhard Global Investment und jemand, der „für private Investoren“ (s.u.) erworben habe: SPIEGEL 172016.

Update am 24.04.: Na, dann ist ja alles klar: „Ein Miteigentümer lüftet das Geheimnis“, schrieb die Morgenpost gestern (s. auch Tagesspiegel): „Russischer Investor am Kudamm-Karee beteiligt“.

Christian  Elleke, Begründer von Cells Bauwelt aus München, dem aktuellen Karree-Entwickler, outete seinen Miteigentümer aus Moskau, „um Vertrauen beim Bezirk und der Politik zurückzugewinnen.“ Mikhail Opengeym heisse der Mann, diktiert er der Morgenpost in die Feder. Aha. Und wer ist Herr Open- geym? Ein Russe, den Ellecke selbst mit dem Kreis der Putin-Leute rund um Arkadij und Boris Rotenberg in Verbindung bringt, wobei  „heute“ die Geschäftsbeziehungen erloschen seien. Für die Berliner Morgenpost tun sich hier keine Fragen auf – obwohl genau dieses Brüderpaar von den sog. Panama-Papers als Strippenzieher in einem Geflecht von Briefkastenfirmen genannt wird. Und Herr Opengeym? Was macht der so? Der stehe laut Morgenpost mit Lenhart Global Investments in Verbindung, die wiederum „eine Holdingstruktur entwickelt“ hätten. Auf gut deutsch also: Jenes Konstrukt aus so illustren Firmen wie Mozart und Beethoven, was bei uns, aber nicht bei der Morgenpost und auch nicht bei Herrn Ellecke,  Fragen aufwirft. Denn auch diese Firmen kennen wir doch aus den Panama-Papers: So und ähnlich lauteten ja die Briefkästen in Panama und auf Zypern, die mit Putins bestem Freund und Taufpaten seiner Tochter, dem Cellisten, in Verbindung gebracht werden.

Herr Ellecke, können Sie ausschließen, dass Sie es in der Kooperation mit Herrn Mikhail Opengeym mit jemandem zu tun haben, mit dem unbekannte wirtschaftlich-Berechtigte aus dem Dunstkreis der berüchtigten Briefkasten-Firmen in Gewinn-Beziehung stehen?

Und: Herr Bezirksstadtrat Schulte, können Sie ausschließen, dass das Ku’Damm-Karree mithilfe russischer Gelder aus dunklen Quellen entwickelt werden soll?

Und: Liebe Morgenpost, was tragen Sie mit Ihrer groß aufgemachten Geschichte hier tatsächlich zur Aufklärung bei? Hatten Sie die Gelegenheit, die Selbstauskünfte von Investor Ellecke durch eine weitere unabhängige Quelle zu überprüfen?

Nichts dazu.

Blicken wir hingegen zurück auf den Anfang, auf jene Sprachregelung der Pressemitteilung vom 4. Dezember 2014, mit der die Maklerfirma Jones Lang LaSalle den Verkauf des Kudamm-Karrees bekannt gab: „Cells Bauwelt aus München habe das Kudamm-Karee für private Investoren erworben„. Erscheint diese von der Berliner Presse am 5. 12. 2014 durchgehend zitierte Sprachregelung ex post nicht unfreiwillig deutlich?

So dass aufmerksame Leser und ich als Bezirksverordnete die Berichterstattung der gestrigen Morgenpost so zusammenfassen wollen:
Christian Ellekes Märchenstunde – und die Morgenpost war dabei.

4 Kommentare

  1. jn sagt: Antworten

    Was hilft gegen die Klimakatasthrophe ?
    Nachverdichtung sicherlich nicht

    „Nachverdichtung“ lautet eines der Lieblingsworte des Charlottenburg-Wilmersdorfer Baustadtrats Marc Schulte (SPD). “

    und so wird der Druck auf den Wohnungsmarkt auch nicht gemindert

    http://www.morgenpost.de/berlin/article207475557/Der-Berliner-Wohnungsbau-bedroht-den-Denkmalschutz.html

Schreibe einen Kommentar