Gedenktafelkommission tagt heute erstmals öffentlich

Erstmals seit ihrer Gründung im Jahr 2004 wird die bezirkliche Gedenktafel-kommission in Charlottenburg-Wilmersdorf heute öffentlich tagen. Meinem entsprechenden Antrag war die BVV im Juni nahezu  einstimmig gefolgt.
Um 16.30h wird es heute im Rathaus Charlottenburg (Helene-Lange-Saal) um ehemalige Zwangsarbeitslager im Bezirk, insbesondere ein eigenes des Bezirksamtes Wilmersdorf in der Wilhelmsaue gehen. Zudem um ein mögliches Gedenken an Rudi Dutschke im Bezirk und an den Gründungssitz des SFB. Die Tagesordnung finden Sie hier.

Die Gedenktafelkommission hatte im Vorfeld bei Herrn Dr. Michael Roeder angefragt, ob es sich in der Wilhemsaue wirklich um ein Z w a n g sarbeitslager gehandelt habe. Seine Stellungnahme können Sie hier nachlesen.

Herr Dr. Roeder hatte – vielen Dank dafür! – zuletzt langen Atem bewiesen: Seine Initiative zum Gedenken an einen während der letzten Kriegstage gehängten  jungen Deserteur in der Uhlandstraße war nach zähem Mühen mit der Gedenktafelkommission im April 2015 endlich Wirklichkeit geworden.

6 Kommentare

  1. jn sagt: Antworten

    da stellt sich die frage, was ist mit all den anderen Gremien,Beiräten,Kommissionen im Bezirk ?

    https://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/politik/gremien/

    da ist noch viel „Öffentlichkeit“ herzustellen !!!

    Packen wir es an !

  2. Siegfried Schlosser sagt: Antworten

    Lieber Herr Neu: wir arbeiten daran. Allerdings sind da sehr dicke Bretter zu bohren, wie man ja an der Gedenktafelkommission sehen kann. Unser Antrag aus dem Jahr 2013 (http://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/politik/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=5047 ) wurde ja leider abgelehnt. Wir werden aber weiter versuchen, andere Gremien in die Öffentlchkeit zu zerren 🙂

  3. jn sagt: Antworten

    …was die transparenz betrifft: (publikation der drucksachen in der einladung zur GTK)

    …die „kryptische“ antwort aus dem BVV büro:

    „Sie unterliegen zu meinem Bedauern einem Irrtum, wenn Sie die Aufnahme der Drucksache als Besprechungspunkt in die nachrichtlich einbezogene Gedenktafelkommission mit der formellen Überweisung einer Drucksache an einen Ausschuss durch die BVV gleichsetzen. Im letzteren Fall hat der Ausschuss eine Beschlussempfehlung zu verfassen, was sich in der Drucksachenverwaltung (Beschlussverfolgung) auch widerspiegelt. Das ist bei der Gedenktafelkommission bereits hinsichtlich des bezirksverwaltungsrechtlichen Status nicht der Fall. Eine Verlinkung erfolgt insoweit nicht.“

    und was war das ergebnis der ersten öffentlichen sitzung ?

    was bleibt ist die erkenntnis, dass bevorzugt verhindert, statt gefördert wird.

    obwohl die mitglieder i.d.r.nichts erarbeiten und das ba nichts bezahlt, herrscht die allmacht der parteienvertreter dem bürger vorzuschreiben, was gedenkwürdig oder eben nicht- aus politikersicht- zu beurteilen ist.

    da mögen noch soviele fachleute anwesend,gutachten und erkenntnisse vorliegen, was cdu,spd,grüne nicht wollen, wird es auch in der zukunft nicht geben,egal öffentlich oder nicht öffentlich getagt.

  4. M.R. sagt: Antworten

    … und was dabei in puncto Erinnerung an diejenigen, die gezwungen wurden, dem nationalsozialistischen Deutschland bei seinem Eroberungskrieg behilflich zu sein, herausgekommen ist: http://blog.klausenerplatz-kiez.de/archive/2015/10/19/dem_gedenken_an_die_zwangsarbe
    (interessantes Detail: das Protokoll der Sitzung wurde derweilen wieder aus dem Netz genommen – gab es Fehler darin?)

  5. M.R. sagt: Antworten

    KONSEQUENT NICHTÖFFENTLICH
    Die Arbeit in BzStR Schultes Reich, der Stadtentwicklung, basiert ganz offenbar auf dem größtmöglichen Maß an allumfassender Geheimhaltung vor der Öffentlichkeit.
    Tröstlich aber: „Wenn es eine Entscheidung gibt, wird die Öffentlichkeit davon erfahren“, erfährt die Öffentlichkeit durch die Berliner Woche vom 1.6.16. Und es gab eine Entscheidung: Auf Wunsch der Vorsitzenden des Denkmalbeirats (SPD) und assistiert vom Stadtentwicklungsexperten der CDU lehnte die Mai-BVV den Antrag ab, (auch) den Denkmalbeirat öffentlich tagen zu lassen (DS 1609/4 – http://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/politik/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=5879). Denn „es müsse einen ‚geschützten Raum‘ geben, in dem Gedanken ungestört kreisen dürfen“, wie es der CDU-Experte ausdrückte.
    So leistet die BVV – eigentlich mal gedacht als Kontrolleur des Bezirksamts – aufs schönste ihren kleinen Beitrag zur Geheimstadtentwicklung des rot-grün-schwarzen Bezirksamtes. Nur fragt sich der Bürger besorgt beim verschleierten Blick in schwindelnde Höhen:
    Wo kreisen sie denn?
    Und: Was haben sie da parteiübergreifend zu verheimlichen?

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