Bürgerbegehren zum Grünflächenerhalt erfolgreich

Über 14.000 Unterschriften seit dem 5. April – die Initiatoren des Bürger-begehrens zum Grünflächenrerhalt in Charlottenburg-Wilmersdorf haben den Nerv ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger getroffen. Herzlichen Glück-wunsch!

Ist damit alles gut?
Ob diese Botschaft den Senat von Berlin erreichen wird,  dessen Stadtentwick- lungsplan Wohnen die Axt insbesondere an die Wilmersdorfer Kleingarten-landschaft legen will? Oder die Apologeten der Nachverdichtung – auch zulasten von Grünflächen und Denkmalschutz wie den Baustadtrat des Bezirks? Denn wie sieht die politische Bilanz von rot-grün im Bezirk zu diesem Bürgeranliegen und vor dem Hintegrund der eigenen Zählgemeinschaftsprogrammatik aus?

Zweifel sind angebracht!
Folgt man den Wahlprogrammen der SPD, aber vor allem auch dem der Bezirks-Grünen – dann müsste in Sachen Grünflächhenerhalt eigentlich alles klargehen. Aber die Erfahrung in dieser Legislatur, die Erfahrungen mit dem gekippten Bürgerentscheid zu Oeynhausen, aber auch mit dem Einwohner-Antrag zur Cornelsen-Wiese*, der Siedlung Westend* und dem WOGA-Komplex sprechen leider eine andere Sprache. So, wie die SPD in Gestalt vom Regierenden Bürgermeister Müller, Bezirksbürgermeister Naumann und Baustadtrat Schulte, so aber auch, wie die Grüne BVV-Fraktion in dieser Legislatur auf der politi- schen Bühne auftraten, als es drauf ankam: da stellten sich die rotgrünen Wahl- programme und Zählgemein-schaftsvereinbarungen als reine Weihnachtsmann-Postillen heraus, an die sich die Akteure im Handeln nicht gebunden fühlten. Dieser Tage beraten die Parteien ihre neuen Wahlprogramme…

* Was ist das Schöne an der Nachverdichtung?
An der Nachverdichtung mal nicht in Gestalt von Lückenschluss oder Dach- ausbau – sondern an der Nachverdichtung im Grünen?! Grundstückseigentümer erhalten hier in Charlottenburg-Wilmersdorf gerne mal so Baugenehmigungen für ein Mehr an Wohnungen auf ihren Grundstücken – und sparen den derzeit exorbitant kostspieligen Baulandserwerb! Beispiele gefällig? Schön ist solche  Nachverdichtung jedenfalls für Becker&Kries auf der Cornelsenwiese (Wiesbadener/ Sodener Straße), der baurechtgebende vorhabenbezogene Bebauungsplan läuft. Und die Bürger? Ihr erfolgreicher Einwohnerantrag gegen die B&K-Planung führte die Anwohner schließlich an einen nicht-öffentlichen Runden Tisch, treffender Weise „Bauforum“ geheißen, von wo aus sie die Bebauung der einstmals gewidmeten Grünanlage vor ihrem Haus hinnehmen sollen. Auch diese Anwohner waren mit dabei beim Bürgerbegehren.
*Auch für die Siedlung Westend (ehem. englische Siedlung zwischen Heerstraße und Olympiastadion) läuft derzeit ein vorhabenbezogener Bebauungsplan, hier zugunsten der Deutsche Wohnen.  Das Prinzip ist das Gleiche: Mache mehr aus Deinem Grundstück! Die Begründung für diese Nachverdichtungsvariante  (von 200 auf  rd. 600 Wohnungen) ist allerdings eine andere : hier heisst es „Beseitigen von Instandhaltungsrückstau“.

3 Kommentare

  1. Armin Holst sagt: Antworten

    Wie grün ist Berlin wirklich? Die Hauptstadt landet im Ranking aller 79 deutschen Großstädte mit einem Flächenanteil von 59 Prozent nur auf Platz 63 – zeigen Satellitenaufnahmen. Und immer mehr Grün wird bei uns vernichtet: allein 10 Prozent aller Kleingartenflächen seit 2004…
    http://interaktiv.morgenpost.de/gruenste-staedte-deutschlands/

  2. Armin Holst sagt: Antworten

    Umgerechnet auf Grünfläche/Einwohner landet Berlin mit 152 m² sogar auf dem vorletzten Platz! (Spitzenreiter hier mit 1818 m²: Salzgitter)

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