Böhm-Haus in der Fasanenstraße 62 steht jetzt unter Schutz!

Herzlichen Glückwunsch, Gottfried Böhm! Herzlichen Glück-wunsch den Mietern in der Fasanenstraße 62, die sich des architekturhistorischen Wertes des Hauses, in dem sie wohnen, bewusst waren! Die im Mai das Landesdenkmalamt  auf den Plan riefen. Zu Recht, wie sich jetzt zeigt, denn es ist amtlich: Das Böhm-Haus am Fasanenplatz steht unter Schutz.

Erfolg der BVV – gegen den Baustadtrat
Das ist ein Erfolg auch für die BVV, die im Juli einen solchen Prüfauftrag in Richtung Landesdenkmalamt beförderte. „Das wäre ja das erste Mal, dass ein 80er-Jahre Bau unter Schutz gestellt würde“, so hatte Baustadtrat Marc Schulte (SPD) im Stadtentwicklungsausschuss noch im Juli seine politische und fachliche Übersicht bewiesen. Sein Stadtplanungsamt hatte seit dem September 2014 (!) von den Abrissplänen der Primus Immobilien AG bezüglich der Fasanenstraße 62 gewusst, im Februar 2015 einen Bauvorbescheid erteilt und seit Mitte Juni einen Abriss- und Neubauantrag für die Fasanenstraße 62 und 63 auf dem Tisch.

Böhm-Haus, Magnus-Haus – Berlin braucht mehr demokratische Kontrolle
Dass sich der Denkmalschutz für das Böhm-Haus so rasch durchsetzte, es am Ende sogar richtig schnell ging, hat vielleicht auch mit dem aktuellen Konflikt um das Magnus-Haus am Kupfergraben in Berlins Mitte zu tun: Die Einmischung von ganz oben, der Ruch eines von Wowereit und Müller über die Senatsbaudirektorin beförderten „politischen Baurechts“ (Andreas Otto, Grüne MdB) gegen den Denkmalschutz und zugunsten von Siemens schwelt seit Wochen . Zuletzt waren die Wellen nochmals hochgeschlagen, nachdem der Kaufpreis, den Siemens für das Magnus Haus bezahlt hat, auch noch auf eine unerlaubte „Beihilfe“ hindeutet. Es ist unübersehbar: Berlin braucht mehr demokratische Kontrolle.

„Böhm-Haus am Fasanenplatz steht jetzt unter Schutz“, Morgenpost vom 13.09.2015
„Berliner Senat beschenkte Siemens“, und „Kniefall vor dem Großkonzern“, taz vom 09.09.2015

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